Entschleunigung.

Nachdem ich mich derzeit im Dauerurlaub befinde, habe ich eigentlich keine Entschleunigung notwendig – dachte ich. Aber es geht immer etwas mehr als man denkt. So auch mit dem Runterkommen.

Wir sind über den Jahreswechsel auf der Nordnorge der norwegischen Hurtigruten nordwärts nach Kirgenes unterwegs. Es ist kalt, aktuell schneit oder regnet es, es ist stürmisch und windig und es ist wunderschön. Das Leben an Bord hat was Besonderes – das geht anders als an Land und ganz anders als bei uns zuhause. Vor allem jetzt im Winter, der im Norden dunklen Jahreszeit mit wenig oder keinen Sonnenstunden. Unterbrochen wird das ruhige Leben an Bord nur ab und an von den Landgängen.

Das Überqueren des Polarkreises haben wir heute Morgen verschlafen. Das war aber auch eine geräuschlose und unspektakuläre Aktion.

Das Schiff ist mit einem Fitnessraum ausgestattet, für meine Bedürfnisse gibt es Laufbänder, von denen ich eines täglich nutze – langweilig ist das Laufen auf diesen Teilen allemal. Und bei stürmischen Seegang auch noch anstrengender als draußen. Aber das gute Essen, das hier an Bord serviert wird, muß ja auch irgendwie wieder weg und der Fitnesszustand soll ja auch gehalten werden…..

Aktuell sind wir in Svolvær, die Fracht wird gelöscht und neue Passagiere kommen an Bord. In zwei Stunden geht es weiter Richtung Tromsø, wo wir dann einen polarhistorischen Rundgang unternehmen werden.

Zwischenzeitlich sind wir in Tromsø angekommen, die See war einigermaßen ruhig, ich war auf dem Laufband und musste mich selten mit beiden Händen festhalten. Der oben erwähnte polarhistorische Stadtrundgang war sehr informativ und wurde mit einem Besuch im ältesten Pub der Stadt abgeschlossen. Gewöhnungsbedürftig ist es schon, dass hier nachmittags um 14:30h die Finsternis die Regie übernimmt. Eigentlich war es heute gar nicht hell.

Morgen – am letzten Tag auf dem Schiff – gehts dann zu einem Ausflug an das Nordkap. Vorher gibt es aber noch ein King–Crab–Diner an Bord, das gönnen wir uns heute mal – wenn nicht hier, wo dann?

Der Ausflug ist storniert worden. Des schlechten Wetters wegen. Nun gut, das kann passieren, dann erkunden wir das kleine Honningsvåg eben selber – ohne Nordkap. Und eine Runde auf dem Laufband kann ich mir dann auch noch gönnen.

In der letzten Nacht an Bord gab sich der Himmel nochmals großzügig und spendierte eine Aurora-Show. Leider war die See sehr unruhig, so daß die Aufnahmen nicht ganz so scharf sind.

Nun sind wir auf dem Weg zum Flughafen von Kirkenes und machen uns fertig für den Rückflug. Wir kommen sicher wieder nach Norwegen – das nächste Mal im Sommer.

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Olivenernte.

Nun sind es schon einige Wochen, in den ich zuhause bin, fern der Arbeit, fern der Verantwortung, fern….. einfach nur fern. Jetzt sitze ich ich fern der Heimat – in der Wahlheimat meines Freundes Edmund – in der Toskana und schreibe diese Zeilen.

Heute morgen bin ich erstmal von Pianuggiole nach Volterra gelaufen. Merci Mausi, gefühlt ging es nur bergauf, aber es waren nur 228 gewonnene Höhenmeter auf 7,5 km. Das geht ja grad noch, ohne daß anschließend das Sauerstoffzelt für mich aufgebaut werden mußte.

Eben haben wir Oliven geerntet, das habe ich das erste Mal in meinem Leben gemacht – eine tolle Erfahrung. Ich freue mich schon auf die Verkostung der eigenen in Lake eingelegten Oliven mit einem schönen Roten aus der Toskana. Das wird aber noch einige Zeit dauern, denn die Oliven müssen erst mal entsprechend zeitintensiv zuhause behandelt werden.

Jetzt mache ich mich zum Abendessen fertig, es geht nach Mazzolla – in ein uriges Ristorante, ich lass mich überraschen.

So Long, And Thanks For All The Fish.

Freunde, Mitarbeiter und Wegbegleiter**,

mit dem Abschiedsgruß der Delphine aus Douglas Adams´ „Per Anhalter durch die Galaxis“ und den Zeilen eines Liedes von Reinhard Mey möchte ich mich von euch aus meinem aktiven Arbeitsleben nach 32 Jahren als Geschäftsführer und Gesellschafter des MediaMarktes in Straubing und vorher in Regensburg von euch verabschieden. Die Entscheidung, das Unternehmen nach so langer Zeit zu verlassen, fiel mir nicht ganz leicht. Doch als ich die Entscheidung in Abstimmung mit meiner Familie getroffen habe, wurde mir leicht. Ich denke, ich habe alles richtig gemacht. Ich fühle mich wohl dabei.

Es war mir ein Fest mit euch allen – ich werde euch vermissen.

So Long, and Thanks for All the Fish
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Gute Zeit Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehn*. Für den Tag und für die Nacht unter euerem Dach. Habt Dank für den Platz an euerem Tisch, für jedes Glas, das ich trank, für den Teller den ihr mir zu den eueren gestellt, als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt.

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab‘ / und für euere Geduld, wenn es mehr als eine Meinung gab. / Dafür daß ihr nie fragt wann ich komm‘ oder geh‘, / für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh‘. Gute Zeit Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehn.

Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt. / Habt Dank, daß ihr nie fragt, ob es bringt, ob es lohnt. / Vielleicht liegt es daran, daß man von draußen meint, / daß in euren Fenstern das Licht wärmer scheint. Gute Zeit Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehn.

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Reinhard Mey, der mich in meiner Jugend mit seinen Texten begleitet hat, der mir zu dieser Zeit eine musikalische Heimat gegeben hat und der mir einen heftigen Drall in die richtige politische Richtung verpaßt hat, wird sicher nicht böse sein, daß ich seine Text-Zeilen etwas für mich umgebaut und mich (nicht nur) im Video ab und zu mal heftig „versungen“ habe. Danke.

Bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen, bei allen  Geschäftspartnern möchte ich mich an dieser Stelle für all die tollen Jahre bedanken, die ich mit euch/Ihnen verbringen durfte. Es war nicht immer einfach und leicht – aber spannend und lehrreich. Wie gesagt – es war mir ein Fest.

So Long, and Thanks for All the Fish

*naja, es sind ja dann doch immer ein paar Gläser mehr geworden, die Themen waren ja auch jederzeit spannend und diskussionswürdig – nicht wahr? lieber Dirk, Peter, Michael, Klaus-Peter, Johannes, Gerhard, Christian, Klaus, Werner, Hans, Adiletten-Toni, Claus, Karl, Hermann, Günther, Karl-Heinz, Albin, Martin, die vielen Wolfgangs, Ulli, Andreas, Bodo, Nils, Fahri, Franz-Xaver, Ludwig, Thorsten, Mario, Maik, Herbert, Leo, Frank, Florian, Kerstin, Sonja, Margot, Ute, Cornelia, Petra…….. oh, Gott, das hört ja gar nicht mehr auf………….

** an dieser Stelle erspare ich euch (und mir) dieses politisch korrekte zusätzliche „innen“

Endless summer.

Das war der längste Sommer, an den ich mich erinnern kann. Von Anfang April bis Mitte September – wir hatten ja nur Sonnenschein, Wärme, Mücken, Hitze und Schwitzen….. Für meine Outdoor-Aktivitäten (fast) ideale Bedingungen. Man konnte bedenkenlos mit Freunden Termine zum Golfen oder Radfahren vereinbaren, Fahrradtouren über mehrere Tage planen, das Wetter hielt! Laufen kann man ja eigentlich immer – auch wenn es ein wenig regnet – hat es aber in diesem Sommer nicht – geregnet. Herrlich. Nächstes Jahr gerne wieder.

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Heute war wohl der letzte heiße Sommertag, den nutzte ich für eine Donaurundfahrt mit dem Rennrad über die Walhalla bei Donaustauf – schöne 80 Kilometer, die richtig Spaß gemacht haben. Das Abrollgeräusch der schmalen Reifen und das Laufen der Kette habe ich jetzt noch im Ohr – schön ist das.

#DonauIsarDonau

Eigentlich hätte die Tour #DonauIsarInnDonau heißen müssen – diese Flüsse sind mein Freund und Kollege Michael und ich sechs Tage entlang gefahren – aber das war mir dann als Hashtag doch zu lang.

Am Freitag den 13. – mitnichten ein Unglückstag – ging es von Straubing auf dem Donauradwanderweg los in Richtung Deggendorf. Vom Rückenwind anständig angeschoben sind wir zur Mündung der Isar geradelt um auf dem Isar-Radwanderweg weiter bis Dingolfing zu fahren.

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Nach einem schönen Abend beim Italiener (wo sonst?) bei gegrillten Calamari mit Nudeln und anschliessendem Craftbier auf dem DINGfest in DINGolfing führte uns die Strecke am nächsten Morgen auf einer kurzen Etappe von 65 km über Landshut weiter nach Langenbach, wo wir im Alten Wirt einquartiert waren.

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Weiter gings über Freising entlang der Isar – der Radwanderweg an der Isar ist im Übrigen sehr schlecht ausgeschildert – nach München. Ohne die App von Komoot wären wir sicher aufgeschmissen gewesen. Die Fahrradwege sind grundsätzlich in einem guten Zustand, die Beschilderung läßt sehr zu wünschen übrig – teilweise versteckt in den Büschen angebrachte Schilder, teilweise fehlten die Hinweise an entscheidenden Stellen gänzlich. Schade eigentlich.

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Im Englischen Garten in München haben wir dann erstmal Rast gemacht – beim Aumeister, wo denn sonst. Zwei alkoholfreie Weißbier, übrigens auf der kompletten Tour tagsüber das isotonische Getränk schlechthin, ging es weiter Richtung Bad Tölz. München zu durchqueren war trotz des dichten Verkehrs recht unproblematisch, die Fahrradwege sind gut gekennzeichnet und sonntags sind die Autofahrer wohl etwas entspannter und rücksichtsvoller.

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Nach einer kurzen Pasta-Pause bei Luigis auf dem Sportgelände in Oberhaching zum Etappenziel nach Bad Tölz ins historische Gasthaus „Altes Zollhaus“.

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Am Montag wurde es dann mit „Bergwertungen“ von Bad Tölz über Gmund am Tegernsee, Irschenberg und Bad Aibling ins schöne Wasserburg am Inn schon etwas ungemütlicher für die Kondition. Das war schon eine große Herausforderung an die Beine. Da kamen dann die Qualitäten unserer Fahrräder von Velotraum zum Tragen. Die Übersetzung der Roloff-Nabenschaltung, die Stabilität des Rahmens, die Höhenverstellung des Lenkers – das hat schon alles was für sich. Ab Schechen ging es dann den Inn auf dem Inndamm entlang, nachdem wir von Passanten  in Großkarlinenfeld einen wertvollen Tipp zu diesem wunderschönen Radwanderweg bekommen haben.

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Von Wasserburg aus führte die Strecke weiter nach Bad Füssing, teils den Inn entlang teils fernab des Stromes. Wir besuchten die Gnadenkapelle in Altötting und das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI in Marktl. Die Strecke war sehr abwechslungsreich und führte auch teilweise auf österreichischer Seite gut ausgeschildert zum Ziel.

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Am letzten Tag der Tour haben wir einen Schlenker nach Passau gemacht, weil die Stadt einfach sehr schön ist und wir den Inn in die Donau münden sehen wollten. Der Schlenker hat sich gelohnt. Ab Passau durften wir dann zur Belohnung die restlichen 100 Kilometer gegen die Wind „bergauf“ fahren – das war sehr sehr anstrengend und hat uns auch viel Zeit gekostet – die Gattin, die Nudeln und das Weißbier zuhause mussten halt etwas länger warten.

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Mehr Bilder von der Tour gibt es auf Instagram unter dem Hashtag #DonauIsarDonau.

Nachdem der eine oder andere Bekannte schon mal angefragt hat, ob ich ihm die Streckenpläne zukommen lassen könnte: voila, für GPS-Uhren oder Fahrradnavigationsgeräte im Format *.gpx sind sie hier:

Rain/Niederbayern – Deggendorf – Dingolfing

Dingolfing – Landshut – Langenbach

Langenbach – Freising – München – Bad Tölz

Bad Tölz – Gmund am Tegernsee – Wasserburg am Inn

Wasserburg am Inn – Altötting – Marktl – Bad Füssing

Bad Füssing – Passau – Rain/Niederbayern

Auf der gesamten Tour haben wir uns – bis auf einen Abend – in italienischen Restaurants verpflegt. CarbLoading – oder auch einfacher ausgedrückt: Pasta bis zum Abwinken. Beim Nudelessen haben wir uns über eine eventuelle Tour im kommenden Jahr unterhalten und schon mal etwas „vorgeplant“. Ich glaube, der Rhein ist auch noch so ein Fluss, der mir etwas erzählen möchte………

Siehe auch die Radtour aus 2017 – DonaueschingenVienna

dzmbr.

Ein schöner Brauch in Niederbayern. Blasmusikgruppen ziehen von Haus zu Haus, wünschen den Bewohnern ein gutes Neues Jahr und spielen ein Ständchen. Auf das Ausgeben der obligatorischen Runde Schnapps habe ich dieses Jahr verzichtet – die Bläserfreunde Rain auch – Gott sei Dank, denn ich bin erst kurz vorher von einem 10k-Lauf zurückgekommen und hätte eine solche Alkoholbombe wahrscheinlich nicht unbeschadet überstanden.

Nun, es sind wieder ein paar Kilometer auf dem Lauftacho hinzugekommen – obwohl mir im Dezember die richtige Motivation gefehlt hat. Das war wohl dem intensiven Arbeitspensum geschuldet, das dieser Monat in meiner Branche so mit sich bringt – andererseits: #noexcuses. Immerhin, es wurden 85 Kilometer und ich habe jeden Sonntag und fast jeden Feiertag zum Laufen genutzt. Und so sah mein Sportjahr 2017 aus.

Jetzt sitze ich auf der Couch, schreibe diese Zeilen und genieße das Programm von 3sat mit viel guter Musik. Gerade jetzt laufen die Eagles mit Hell Freezes Over – und anschließend kommt a-ha – also sorry Leute, ich lehne mich jetzt zurück, schließe die Augen und träume mir schon mal ein gutes Neues Jahr, das ich dann auch leben werde. Wie sieht euer Silvester-Nachmittag aus? Habt eine gute Zeit und einen guten Rutsch in ein gesundes und sportlich ambitioniertes 2018.

nvmbr.

Magere 88 Kilometer sind im November auf der Laufuhr angekommen. Pfui. Das ist wohl auch dem Umstand geschuldet, daß jetzt halt im Beruf Hochsaison ist. Und es wird früher dunkel und es ist morgens so kalt und es ist auch morgens dunkel. Ach, irgendwas ist doch immer. Keine Ausreden mehr. Das muß im nächsten Monat anders – besser – mehr – werden.